Positionspapier „Einsatz von Geoinformationen in den Städten“ des Deutschen Städtetags

In einem Interview mit Business Geomatics erläutert Hilmar von Lojewski, Beigeordneter des Deutschen Städtetages, die Bedeutung von frei zugänglichen Geodaten und einer zeitgemäßen IT- und Geodateninfrastruktur für Städte. Die Städte in Deutschland haben in Bezug auf die effektive Nutzung von Geoinformationen zwar schon einiges geleistet, aber auch noch viel Arbeit vor sich. Die Chancen werden noch nicht genug von den Entscheidern wahrgenommen und es bestehen noch einige Hürden.  

Die Chancen der Nutzung von Geoinformationen in Städten

Ein kommunales Geodatenmanagement sei eine „wegweisende und zukunftsorientierte Infrastrukturmaßnahme für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so von Lojewski.

Gute Beispiele für Bereiche, in denen Geodaten sinnvoll und gewinnbringend genutzt werden können, werden im Positionspapier genannt, darunter:

  • Planen und Bauen: Denkmalmanagement
  • Verkehrsmanagement und Mobilität: Baustellenmanagement
  • Umwelt und Natur: Stadtklima
  • Veranstaltungsplanung: Veranstaltungskataster
  • Statistik und Wahlen: Wahlatlas
  • Soziales und Bildung: Schulwegroutenplaner

Mit frei zur Verfügung stehenden Geodaten können also zahlreiche neue Anwendungen in Städten entstehen. Eine Smart City ist ohne eine leistungsfähige Geodateninfrastruktur nicht denkbar. Warum sind die deutschen Städte noch nicht weiter in der Nutzung von Geodaten?

Was es zu tun gibt

Ein Hauptgrund seien ausbaubedürftige IT-Infrastrukturen und Geodateninfrastrukturen. Viele Städte hätten noch nicht das technische Niveau erreicht, um Geodaten sinnvoll nutzen zu können. Auch der niedrige Entwicklungsstand von E-Government-Strukturen behindert in vielen Bereichen, dass stärker von Geodaten profitiert werden könne.

Zudem fehle es an Standardisierung der Technik und der Inhalte. Viele verschiedene Einzellösungen erschweren den Wissensaustausch zwischen verschiedenen Kommunen, die voneinander lernen könnten. Damit zusammen hängt das Problem von fehlendem Wissen bzw. unterschiedlichen Wissensständen und Kompetenzen in den Verwaltungen, wodurch eine flächendeckenede Nutzung von Geodaten behindert werde.

Ziel müsse es sein, die Einstiegshürden zu verringern und Kooperationsbereitschaft in interkommunalen Geonetzwerken zu fördern. Zusätzlich brauche es eine höhere Bereitschaft zu Investitionen in die Technik und auch in die Aus- und Weiterbildung von Geofachkräften.

Rolle von Geodatenintrastrukturen

Eine funktionierende GDI hält von Lojewski für eine unverzichtbare Infrastrukturkomponente für eine zukunftsfähige Stadtverwaltung. Bei vielen Kommunen scheitere es noch an der Investitionsbereitschaft bzw. an der Fähigkeite zur Investition. Darum benötige es Finanzierungskonzepte, die gleichbedeutend sind mit anderen technischen Investitionen, damit nicht falsche Prioritäten gesetzt werden, die der zukünftigen Stadtentwicklung schaden.

Und Open Data?

Die offenen Daten sollen grundsätzlich kostenlos zur Verfügung stehen, damit auch Bürgerschaft, Wirtschaft und Wissenschaft davon profitieren und Mehrwerte schaffen können. „Echtes Open Data ist kostenfreies Open Data,“ so von Lojewski.

Nachlesen

Hier gibt das Positionspapier „Einsatz von Geoinformationen in den Städten“ des Städtetags zum Download.

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Über Hannes Bartl 30 Artikel
Hier schreibt Hannes Bartl über Themen aus der Welt der Geoinformationstechnik. Nach einem Studium der Geografie absolviert er seit 2015 neben seinem Beruf als Berater für Kultur- und Tourismusmarketing ein Studium der Geoinformationssysteme.

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