Wasserverbrauch in Kalifornien bis 2062

Landnutzungserhebung und Projektion für Central Valley und Oak Woodlands (aus: Wilson/Sleeter/Cameron (CC-BY-SA 3.0))
Landnutzungserhebung und Projektion für Central Valley und Oak Woodlands (aus: Wilson/Sleeter/Cameron (CC-BY-SA 3.0))

Seit Jahren leidet Kalifornien unter einer Dürre, der Staat hat den Notstand ausgerufen und Maßnahmen zum Wassersparen eingeleitet. Aber auch wenn man die außerordentliche Dürre der letzten Jahre aus der Betrachtung ausklammert, sind die Aussichten schlecht: Entwickelt sich die Landnutzung weiter wie bisher, wird bis zum Jahr 2062 der Wasserverbrauch die aktuellen Versorgungskapazitäten übersteigen.

Zu diesem Ergebnis kommen U.S. Geological Survey (USGS) und Nature Conservancy auf Grundlage von Untersuchungen der Trends in der Landnutzung durch Landwirtschaft und Urbanisierung in den Jahren 1992 bis 2012. Aus diesen Untersuchungen wurde eine Projektion bis ins Jahr 2062 erstellt. In dem Artikel “Future land-use related water demand in California” sind Methoden und Ergebnisse im Detail beschrieben.

Zu der weiteren Verknappung der zur Verfügung stehenden Wasserressourcen und zu größerer Unsicherheit in der Ressourcenplanung tragen v.a. folgende Faktoren bei:

  • Zunahme von Dürreperioden
  • Tendenz zu trockenerem und wärmerem Klima in Kalifornien
  • variable jährliche Niederschläge
  • Bevölkerungswachstum
  • Umstellung der Landwirtschaft auf Obst- und Weinbau

Die Autoren räumen ein, dass die Projektionen aufgrund der großen Unsicherheiten nicht exakt vorhersagen können, wie der kalifornische Wasserhaushalt sich in den kommenden Jahrzehnten entwickelt. Doch können daraus Muster abgeleitet werden, wie der Wasserverbrauch durch zielgerichtete Regulierungen eingeschränkt werden kann.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schätzungen zum Wasserverbrauch durch Landwirtschaft oft bis zu 20 oder sogar 30% unter dem tatsächlichen Verbrauch liegen, da der Verbrauch meist nicht direkt, sondern über Zwischengrößen ermittelt wird. Die Schätzungen zum Wasserverbrauch in Städten dagegen sind wegen des Einsatzes von Wasserzählern meist viel genauer. Laut den Autoren ist es wahrscheinlich, dass der Wasserverbrauch auch in dieser Studie noch unterschätzt wird, was eine Neuregelung des Wasserhaushalts in Kalifornien noch dringender macht.

Das Beitragsbild und der verlinkte Artikel von Wilson/Sleeter/Cameron, aus dem es entnommen ist, stehen unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Über Hannes Bartl 30 Artikel
Hier schreibt Hannes Bartl über Themen aus der Welt der Geoinformationstechnik. Nach einem Studium der Geografie absolviert er seit 2015 neben seinem Beruf als Berater für Kultur- und Tourismusmarketing ein Studium der Geoinformationssysteme.

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